Die Interaktion zwichen Fans und Ordnungsinstanzen, Leverkusen, 3.-5. Mai, 2004

Die Interaktion zwichen Fans und Ordnungsinstanzen und ihre langfristigen Auswirkungen Vortrag bei der Bundeskonferenz der Fanprojekte in Leverkusen, 3. - 5. Mai 2004
Martina Schreiber, Dr. Clifford Stott, Dr. Otto Adang

Neben der Konzentration auf Einzelpersonen (B/C-Fans) muss Gewalt bei Fußballveranstaltungen auch als Gruppenprozess betrachtet werden. Nach sozialpsychologischen Theorien kann ein Konflikt zwischen Gruppen entstehen wenn die soziale Position einer Gruppe unterschiedlich wahrgenommen wird und wenn eine Gruppe die Möglichkeit hat, ihre Vorstellungen gegen den Widerstand der anderen durchzusetzen. Ein Konflikt kann eskalieren, wenn das Verhalten der Außengruppe gegenüber der Zielgruppe wahllos oder willkürlich geschieht und als illegitim und unangemessen wahrgenommen wird. Dies kann eine zuvor heterogene Gruppe durch die gemeinsame Bedrohung enger zusammenschweißen und gegenseitige Unterstützung fördern. Darüber hinaus kann es zu einer Änderung der Werte und Normen einer Gruppe kommen, so dass beispielsweise Gewalt gegenüber der Außengruppe als legitim betrachtet wird. Die Frage der Stadionverbote in Deutschland bietet aufgrund der unterschiedlichen Wahrnehmung der beteiligten Parteien eine solche Grundlage für die Eskalation von Konflikten und es muss geprüft werden, wie eine gemeinsame Wahrnehmung der Situation erreicht werden und damit das Risiko für Konflikteskalation verringert werden kann.