Sicherheitsmanagement bei Grossveranstaltungen, Praha, 12.11.2004

Europäische Polizeiakademien arbeiten an einer sukzessiven Annäherung zwischen Polizeipraxis, Ausbildung und wissenschaftlicher Forschung. Eine internationale Konferenz der CEPOL1, der Dachorganisation der Polizeiakademien in Europa, bot eine hervorragende Gelegenheit, um Wissen und Erfahrung zwischen Forschung und Praxis auszutauschen und gleichzeitig um gegenseitige Vorbehalte auszuräumen, denn tatsächlich gilt es, nicht nur in Österreich tiefe Gräben zwischen angewandter Forschung und polizeilicher Praxis zu überbrücken.

(Dr. Günter P. Stummvoll)

Prof. Otto Adang, Forschungsleiter an der Holländischen Polizeiakademie in Apeldoorn, hat in seinem Vortrag darauf hingewiesen, dass man schon im Vorfeld von Großveranstaltungen ein entsprechendes Management einrichten sollte, das auf die psychologischen Mechanismen als Ursachen für Ausschreitungen zwischen Fußball-Hooligans reagiert. Dazu müsste die Polizei die Szene im Vorfeld beobachten und auf Spannungen und potentielle Konfrontationen rechtzeitig reagieren, bevor es zum Zusammentreffen von verfeindeten Fan-Gruppen kommt. Ein Erfahrungsaustausch mit Organisatoren der Olympischen Spiele in Athen oder Fußballmeisterschaften in Portugal, Deutschland, Frankreich etc kann dabei nur von Vorteil sein. Man muss sich schon lange vor der Großveranstaltung mit der sozialen Struktur, den (politischen) Werthaltungen und Verhaltensweisen der einzelnen Fan-Gruppen befassen, um das Konfliktpotential zu verstehen und rechtzeitig Gewalt zu unterbinden. Dazu ist internationale Kooperation im Sicherheitsmanagement dringend erforderlich.